• Grundtext AT: MT
  • Grundtext NT: NA
  • Abkürzung: ALBR
  • Sprache: Deutsch
  • Textumfang: Neues Testament, Psalmen
  • Erscheinungsjahr: 1926

Die Übersetzung wurde von Ludwig Albrecht (5. Juli 1861 – 28. Februar 1931) erstellt. Der ursprünglich evangelisch-lutherische Pfarrer trat 1889 zur katholisch-apostolischen (irvingianischen) Gemeinde über und arbeitete später als Prediger in Bremen. Er ist somit weder lutherisch noch römisch-katholisch und entschied sich aus dieser Außenseiterposition heraus eine neue Bibelübersetzung anzufertigen.

Die erste Auflage des Neuen Testaments erschien 1920, die Version von 1926 ist eine weiter überarbeitete und größere Auflage und enthält auch die Psalmen.

Albrechts Ziel war es, den griechischen Originaltext in klares, zeitgenössisches Deutsch zu übertragen, damit die Bibel auch für Leser ohne theologische Ausbildung verständlich wird. Er verfolgte dabei einen anti-klerikalen Ansatz in der Tradition der aufklärerisch-pädagogischen Bibelübersetzung. Hier ein Auszug aus dem Vorwort des Übersetzers selbst:

Fremdwörter bleiben der Regel nach in der Übersetzung und in den Anmerkungen ausgeschlossen. „Evangelium“ z. B. verdeutsche ich durch „Frohe Botschaft“ oder „Heilsbotschaft“, „Synagoge“ durch „Versammlungshaus“. An Fremdwörtern sind stehen geblieben: Thron, Tempel, Majestät (Apg. 25, 21), Natur (2. Petr. 2, 12), Talent (Matth. 18, 24; 25, 15ff.), ferner jene Ausdrücke des biblischen Sprachgebrauchs, wie „Apostel“, „Prophet“, „Evangelist“, „Bischof“, „Diakon“, „Diakonisse“, „Altar“, die bei einer Verdeutschung nur unverständlich werden würden.

So ist Albrecht der - unseres Wissens nach - erste Bibelübersetzer, der das Wort „Evangelium“ komplett aus der Bibel strich, weil er es für ein unverständliches Fremdwort hielt, und durch deutsche Umschreibungen ersetzte. Damit legte er den geistigen Grundstein für spätere Projekte, die ihm nachfolgten, wie etwa die Gute Nachricht oder Herbert Jantzen. Wir finden diesen Ansatz mutig, denn er macht sich Gedanken über die Bedeutung von Begriffen abseits konfessioneller Dogmen, auch wenn er am Ende zu einem falschen Ergebnis kommt. 

Ludwig Albrecht verzichtete auf Formulierungen, die der einen oder anderen Konfession zu weit gehen. So ist die Albrecht Übersetzung 

  • stark erklärend
  • anti-sakralsprachlich
  • entmythologisierend im Wortgebrauch
  • überraschend untrinitarisch neutral formuliert (ohne selbst untrinitarisch zu sein) - was sie auch für Zeugen Jehovas und andere Anti-Trinitarier zitierfähig macht.

Obwohl die Albrecht Bibel einige Schlüsselworte oberflächlich neutral übersetzt und damit deren eigentlichen Sinn entschärfend glättet, so vermag sie doch gewisse Schriftstellen zu erhellen, die von den großen theologisch gefärbten Übersetzungen vernebelt werden. Daher zitieren wir Albrecht an jenen Stellen sehr gerne.