Welche Menschen sind schuld?
Wenn nun aber immer häufiger Krieg auf Krieg folgt, wenn Mißwachs und Hungersnot die Besorgnis häufen, wenn durch wütende Seuchen die Gesundheit zerstört, wenn das Menschengeschlecht durch die Verheerung der Pest vernichtet wird, so wisse: auch das ist vorausgesagt, daß in den letzten Zeiten die Übel sich mehren und mannigfaches Unheil hereinbricht und daß nunmehr, wo der Tag des Gerichts schon näherkommt, die Strenge des zürnenden Gottes mehr und mehr zu Heimsuchungen des Menschengeschlechtes entflammt wird. Denn all das geschieht nicht etwa, wie deine falsche Klage und deine der Wahrheit bare Unwissenheit mit Geschrei verkündet, aus dem Grunde, weil eure Götter bei uns keine Verehrung finden, sondern umgekehrt, weil der eine Gott von euch nicht verehrt wird. Denn da er der Herr und Lenker der Welt ist und alles nach seinem Wink und Willen geschieht und nichts geschehen kann, außer was er entweder selbst tut oder geschehen läßt, so treten doch sicherlich solche Ereignisse, die den Grimm des zürnenden Gottes zeigen, nicht unseretwegen ein, von denen doch Gott verehrt wird, sondern sie gelten euren Vergehen und eurer Schuld. Denn von euch wird Gott überhaupt nicht gesucht oder gefürchtet, ihr verlaßt nicht den eitlen Aberglauben und erkennt nicht die wahre Religion, so daß er, der allein unser aller Gott ist, auch allein von allen verehrt und angebetet würde.
Höre nur, wie er selbst spricht, wie er selbst mit göttlicher Stimme uns lehrt und mahnt: „Den Herrn deinen Gott sollst du anbeten und ihm allein dienen!“Δ und abermals: „Du sollst keine anderen Götter haben außer mir!“Δ und wiederum: „Gehet nicht fremden Göttern nach, um ihnen zu dienen, und betet sie nicht an; und reizet mich nicht in den Werken eurer Hände, euch zu verderben!“Δ Ebenso bezeugt und verkündigt der Prophet, des Heiligen Geistes voll, den Grimm Gottes mit den Worten: „So sagt der allmächtige Herr: »Darum, weil mein Haus verlassen ist, ihr aber eilt, jeder in sein Haus, deshalb wird der Himmel sich des Taues enthalten und die Erde ihre Erzeugnisse entziehen, und ich will das Schwert hinführen über das Land und über das Getreide und über den Wein und über das Öl und über die Menschen und über das Vieh und über alle Arbeiten ihrer Hände.«“Δ
Desgleichen wiederholt ein anderer Prophet und sagt: „Ich will regnen lassen über die eine Stadt, und über die andere will ich nicht regnen lassen. Ein Teil wird beregnet werden, und der Teil, über den ich nicht regnen lasse, wird verdorren. Und es werden zwei und drei Städte in einer Stadt sich versammeln, um Wasser zu trinken, und sie werden nicht einmal so gesättigt werden: und ihr bekehrt euch nicht zu mir, sagt der Herr.“Δ