Das Pascha im Neuen Testament

Alle vier Evangelisten berichten, dass Jesus im Laufe Seines Lebens immer wieder nach Jerusalem kam, um das Pascha zu feiern. Dabei wird Sein letztes Pascha besonders hervorgehoben. Matthäus berichtet:

Und es geschah, da Jesus alle diese Worte vollendet hatte, sprach Er zu Seinen Jüngern:  Ihr wisset, daß nach zwei Tagen Pascha wird; und des Menschen Sohn wird überantwortet, daß Er gekreuzigt werde. (Mt 26,1-2 TAF)

Damit spannte der Herr im Voraus schon den Bogen vom Paschaopfer des Alten Bundes zum Paschaopfer des Neuen Bundes. Zwei Tage später sollte Jesus das Paschalamm essen. Matthäus berichtet von einigen aufschlussreichen Details:

Aber am ersten des Ungesäuerten kamen die Jünger zu Jesus und sagten: Wo willst Du, daß wir Dir bereiten, das Paschalamm zu essen? Er aber sprach: Geht hin in die Stadt zu einem und sagt ihm: der Lehrer sagt: Meine Zeit ist nahe; bei dir halte Ich das Pascha mit Meinen Jüngern. Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus verordnet hatte, und bereiteten das Pascha. Als es aber Abend geworden, legte Er Sich mit den Zwölfen zu Tisch. (Mt 26,17-20 TAF)

Neben klaren Parallelen zum Pascha im AT können wir auch die ersten Unterschiede erkennen. Jesus feiert dieses Pascha nicht mehr wie im AT mit der leiblichen Familie, auch nicht mit Seiner Mutter, sondern mit Seinen Jüngern, die ebenfalls das Pascha nicht mit ihren Familien zusammen essen. Dennoch ist es ein Gemeinschaftsmahl im Kreise der Familie, nämlich der geistlichen Familie, die für Jesus an erster Stelle steht vor der leiblichen. Das lehrte Er einige Male in den Jahren davor und führt nun ein letztes Mal vor, dass es Ihm ernst ist damit. Die Jünger wirken überhaupt nicht überrascht. Im Gegenteil, sie setzen bei ihrer Fragestellung selbstverständlich voraus, dass Jesus nur mit ihnen das Pascha essen wird.  

Lukas überliefert uns weitere Details:

Und Er sprach zu ihnen: Mit Verlangen habe Ich begehrt, dies Pascha mit euch zu essen, ehe denn Ich leide. Denn Ich sage euch, daß Ich nicht mehr davon essen werde, bis es erfüllt wird im Reiche Gottes. Und Er empfing den Kelch, dankte und sprach: Nehmet dies und verteilet es unter euch. Denn Ich sage euch, daß Ich von dem Gewächse des Weinstocks nicht mehr trinken werde, bis das Reich Gottes komme. Und Er nahm Brot, dankte, brach es und gab es ihnen und sprach: Dies ist Mein Leib, der für euch gegeben wird, das tut zu Meinem Gedächtnisse. Desselbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in Meinem Blute, das für euch vergossen wird.  (Lk 22,15-20 TAF)

Jesus begehrte dieses Abendmahl mit seinen Jüngern. Den Grund dafür konnten die Jünger wohl erst eine Weile später in seinem vollen Umfang erfassen.

Der Wein, der im Alten Testament an keiner Stelle erwähnt wird, gehört offenbar selbstverständlich dazu. Jesus thematisiert den Wein in mehrerer Hinsicht.

Erstens, dass es das letztes Mal ist, dass Er ihn trinken wird, bevor das Reich Gottes kommt. Eine aufschlussreiche Aussage und ein weiteres Detail, das in die Zukunft weist. Davor erwähnt der Herr, dass Er auch nicht mehr vom Pascha essen werde, bevor es im Reich Gottes erfüllt wird. Eine weitere spannende Aussage: Das Paschalamm wird im Reich Gottes erfüllt - und danach erneut gegessen? Für Jesus dreht sich dieses Paschamahl also eindeutig um ein zukünftiges Ereignis und nicht um ein vergangenes wie den Exodus. Nach dem Paschamahl gemäß dem Gesetz Moses führt Er ein neues Abendmahl ein zum Andenken an ein Rettungsereignis bevor es überhaupt stattgefunden hat - eine weitere Parallele zum ersten Pascha im AT.

Zweitens nennt Jesus den Wein als Zeichen Seines Blutes, das vergossen wird, und als Zeichen des neuen Bundes. Damit hebt der Herr das Pascha aus dem Alten Testament, das ja immer im Zeichen des Blutes stand, auf eine neue Bedeutungsebene. Wiederum wird gegessen und Blut vergossen. Aber diesmal ist Jesus selbst das Paschalamm. Sein Fleisch wird durch das Brot versinnbildlicht und Sein Blut durch den Wein. Allmählich werden frühere Predigten des Herrn klar, wo Er betonte, dass Er gegessen und getrunken werden muss von jedem, der ewiges Leben haben will (Joh 6,51-58).

Paulus führt die tiefe Symbolik und Erfüllung des Pascha durch Christus aus und bringt sie auf den Punkt:

Schafft den alten Sauerteig hinaus, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja schon ungesäuert seid; denn auch unser Paschalamm ist geschlachtet, nämlich Christus. (1.Kor 5,7 HRD)

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    • Pascha

      Das Wort Pascha kommt 29 Mal im Neuen und rund 40 Mal im Alten Testament vor und ist somit biblisch.