Während dem aufmerksamen Betrachten der vorherigen Tabelle fragt sich womöglich der eine oder andere Leser:

Ist der Textus Receptus wirklich überliefert oder hinzugedichtet?

Die Macher von Nestle-Aland (NA) behaupten ja, dass ihr Text der ursprüngliche sei und alle nicht darin enthaltenen Wörter und Sätze später hinzugedichtet wurden. So schreiben das auch alle Bibeln, die NA vertrauen, in ihre Fußnoten und Anmerkungen. So kann man die Sache natürlich auch drehen und so tun, als wäre der kurze Text das Original und alle anderen hätten den Text durch Hinzufügen verlängert. Was ist aber nun die Wahrheit?

Die Wahrheit liegt wie so oft in der historischen Geschichte und der richtigen Überlieferung verborgen. Immerhin ist der Textus Receptus ja nach seiner Benennung der überlieferte Text. Demnach muss er sich bei den frühen Christen finden. Findet man also die Passagen des Textus Receptus, die bei Nestle-Aland fehlen, bei den Schriften der frühen Christen, wäre bewiesen, dass der TR tatsächlich der richtige überlieferte Text ist und NA hingegen nur auf einen viel späteren (also jüngeren), verfälschten und verkürzten Text baut. Letzteres ist ja der Vorwurf der Verfechter des TR in Richtung NA. Sehen wir uns also ein paar der fehlenden Verse (siehe vorherige Tabelle) an, ob sie von den frühen Christen zitiert wurden.

Joh 5,3-4:

Die Schlachter 2000  hat die beiden Verse so:

In diesen lag eine große Menge von Kranken, Blinden, Lahmen und Abgezehrten, welche auf die Bewegung des Wassers warteten. Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch geplagt war.

Fett markiert habe ich den Teil, der bei Nestle-Aland komplett fehlt - und daher auch in den meisten Bibeln heute. Es ist aber ein bedeutsamer Text, den die frühen Christen kannten und lehrten. Zum Beispiel Tertullian:

Wenn es neu erscheint, dass ein Engel in die Wasser hinabsteigt: ein Vorbild des Zukünftigen ist vorausgeeilt. Der Engel, der in den Teich von Bethesda hinabstieg, versetzte ihn in Bewegung. Diejenigen beobachteten ihn, die um Gesundheit klagten. Denn wer zuerst hinabstieg, hörte nach dem Bad auf zu klagen. Dieses Vorbild einer körperlichen Heilung verkündete eine geistliche Heilung, der Form nach, wie immer das Fleischliche im Vorbild des Geistlichen vorangeht.

Indem sich also die Gnade Gottes in allem fortschreitend entfaltet, ist den Wassern und dem Engel mehr hinzugekommen: Jene, die früher die Gebrechen des Leibes heilten, heilen jetzt den Geist; jene, die zeitliche Rettung bewirkten, stellen jetzt ewige wieder her; jene, die einst nur einen einzigen im Jahr befreiten, bewahren jetzt täglich ganze Völker – nachdem der Tod durch die Abwaschung der Gesetzesübertretungen getilgt ist. Denn wenn die Schuld hinweggenommen ist, wird selbstverständlich auch die Strafe hinweggenommen.

Tertullian, De baptismo - Über die Taufe (DLDA) 5,5-6.

Wir sehen hier eindeutig, dass Tertullian nicht nur den Text kannte, den die Herren Nestle und Aland leugneten, sondern ihn sogar ausführlich darlegt, um ihn als Beweis der richtigen apostolischen Tauflehre heranzuziehen. Tertullian legt diese Sätze nicht nur aus, sondern schreibt damit einen wesentlichen Teil seines Kapitels, nämlich zwei von 7 Versen, die in den Sinnzusammenhang unbedingt hinein gehören. Darüber hinaus überliefert uns Tertullian ein Detail, das der Evangelist Johannes gar nicht schriftlich festhielt. Stattdessen wurde es offensichtlich mündlich bis zu Tertullian überliefert: Dass nämlich der Engel nur einmal im Jahr das Wasser vom Teich Bethesda bewegte. Das ist keine Randbemerkung Tertullians, sondern ein schlagender Teil seines Arguments, das sinnlos wäre ohne die vollständigen Sätze aus Joh 5,3+4, wie sie uns der Textus Receptus überliefert. Wir haben den gegenständlichen Abschnitt von Tertullian übrigens ausführlich erklärt und kommentiert in unserer Übersetzung seines Buches ÜBER DIE TAUFE (DLDA) auf den Seiten 26-29.

Es ist also nicht wahr, dass jemand die Sätze, die bei Nestle-Aland fehlen, im Nachhinein in Tertullians Buch Über die Taufe hinzugedichtet hätte, um rückwirkend den Textus Receptus zu decken. Vielmehr ist es historisch eindeutig, dass Tertullian und die alten Gemeinden, auf die er sich in seinem Buch bezieht, den vollständigen Text des Johannesevangelium kannten und lehrten. Aber bei den Textzeugen von Nestle-Aland, die aus Jahrhunderten nach Tertullian stammen, fehlt er. Somit ist klar erwiesen, dass der Grundtext des Textus Receptus deutlich älter und vollständiger ist als jener von Nestle-Aland.

Tertullian schrieb das Buch am Ende des 2. Jahrhunderts. Die ältesten Handschriften, auf die sich die Nestle-Aland-Fraktion stützt, sind aus dem 4. Jahrhundert. Wessen Textzeugen sind also in Wahrheit die älteren? Welche die früheren, welche die späteren?

Die Prämisse der Wissenschaft des 19. Jahrhunderts, dass nämlich die kürzeren Texte die älteren und originalen sind, ist somit als falsch erwiesen und nicht haltbar. Sie basiert nicht auf Fakten. Die Faktenlage ist genau umgekehrt: Es gingen mit den Jahrhunderten immer mehr Texte verloren. Wir sind heute ärmer an Textmaterial als die Apostel und ihre Schüler, die frühen Christen. Das ist die traurige Wahrheit, die jeder aufmerksame Leser des Neuen Testaments (egal in welcher Ausgabe und nach welchem Grundtext) selbst sehr leicht herausfinden kann: Das Neue Testament enthält einige Zitate von Propheten und antiken Schriften, die wir heute weder haben noch kennen. Sie waren im ersten Jahrhundert den Aposteln noch geläufig, aber Kirchenväter im 4. Jahrhundert gaben bereits kleinlaut zu, dass sie die Schriften nicht mehr hatten und die Zitate nur aus dem Neuen Testament kannten. Etwa Chrysostomus, der Bischof von Konstantinopel:

„Auf dass erfüllt werde“, sagt er, „was der Prophet gesprochen: er werde Nazarener genannt werden“ Und welcher Prophet hat denn dies gesagt? Nun, sei nicht vorwitzig und wolle nicht zuviel wissen. Es sind ja viele prophetische Bücher verloren gegangen, wie man aus der Geschichte der Paralipomena ersehen kann. Die Juden waren eben nachlässig und fielen immer wieder ab von Gott; so ließen sie einige Bücher verloren gehen, andere haben sie selbst verbrannt und zerstört. Den einen Fall berichtet uns Jeremias, den anderen der Verfasser des vierten Buches der Könige, der erzählt, man habe nach langer Zeit nur mit Mühe das Deuteronomium finden können, das irgendwo begraben und versteckt gewesen sei. Wenn sie aber schon zur Zeit, da keine Feinde im Lande waren, die hl. Bücher so geringschätzig behandelten, dann um so mehr, als die Barbaren das Land erobert hatten.

Johannes Chrysostomus (344-407), In Matthaeum homiliae I-XC Kommentar zum Evangelium des hl. Matthäus (BKV), Neunte Homilie. Kap II, V.16-22., 4.

Es geht um das Zitat aus Mt 2,23. Chrysostomos war im 4. Jahrhundert wenigstens noch so demütig, dass er zugab, er wüsste nicht, welcher Prophet das gesagt hatte. Immerhin wuchs Chrysostomos in einer Gemeinde auf, die von den Aposteln gegründet und unterwiesen wurde und sprach und las die Schriften in der Muttersprache der Apostel! Und er hat nicht nur eine kluge, historisch fundierte Erklärung für uns, woran der Schriftverlust u.a. lag, sondern ermahnt uns auch, nicht selbst so vorwitzig zu sein und zu behaupten, wir wüssten es heute besser. Die Bezeichnung „des vierten Buches der Könige“ verrät uns übrigens, dass Chrysostomos die Septuaginta verwendete. Denn dort gibt es vier Bücher der Könige (oder Königtümer). Später wurden die ersten beiden Bücher der Könige umbenannt in ersten und zweiten Samuel. Und so haben wir heute in jenen Bibeln, die im Alten Testament der späteren Tradition folgen, zwei Bücher Samuel und zwei Bücher Könige anstatt vier Bücher der Königtümer. 

Heute ist die Verwirrung also noch schlimmer. Das betrifft nicht nur die richtigen, ursprünglichen Namen der Bücher, sondern auch deren Umfang und die Quellen, aus denen sie zitieren. Und sogar die meisten Bücher, die die frühen Christen schrieben, sind heute verloren. Das ist ein trauriges Thema, das sich einen eigenen Beitrag - oder gar eine Beitragsserie verdient hätte und hier den Rahmen sprengt. Kurz gesagt: Die Behauptung von Nestle-Aland und ihren späteren wissenschaftlichen Verteidigern, dass der kürzere Text automatisch der ältere und originale und daher zuverlässigere sei, ist historisch nicht nachvollziehbar und entbehrt jeder Faktenlage. 

Der Textus Receptus hat nichts hinzugedichtet, sondern Nestle-Aland stützt sich auf Kopisten, die einiges weggelassen haben. Das mag auch der Grund sein, warum Nestle und Aland viele Handschriften in Mülleimern fanden. Sie waren offenbar schon zu ihrer Zeit als Müll ausgesondert worden. Das ist nachvollziehbar. Beim händischen Abschreiben passieren schon mal Flüchtigkeits- und Schlampigkeitsfehler. Es ist auch eher so, dass beim Abschreiben Sätze verloren gehen als dass neue hinzukommen würden. Der Mensch ist faul. Der Mensch ist flüchtig. Der Mensch will sich Arbeit ersparen und kürzt und fasst zusammen. Das machen heute sogar die KI-Modelle. Fragt man sie nach einem frühchristlichen Zitat, paraphrasieren sie im Normalfall und fassen die Aussage zusammen. Sie kürzen Sätze und ganze Absätze. Genauso machten es immer schon schlechte, billige Kopisten. Und wenn aber ein gewissenhafter, wachsamer Schriftgelehrter solch eine gekürzte, falsch abgeschriebene Schriftrolle fand, so hat er sie auf den Müll geworfen. Überhaupt wenn es sich um eine heilige Schrift handelte, wo jedes Wort bewahrt werden muss!

Ist es nicht eine Ironie der Geschichte, dass genau jene damals verworfenen Manuskripte heute von der Wissenschaft als die zuverlässigeren und echteren bewertet werden? Wissen wir es heute besser als damals die Zeitzeugen, die das Original mit der Kopie verglichen und die schlechten Kopien wegwarfen? Glauben wir blind jenen, die behaupten, sie hätten die ältesten Texte, nur weil sie sich Wissenschaftler nennen und aber am Ende vielleicht nur das Alter des Papyrus bestimmten anstatt das Alter des Textes? Nein, wir machen das jedenfalls nicht. Wir prüfen selbst und nach den Kriterien Gottes. Und so bemerken wir eine Reihe von Zeugen, die Jahrhunderte älter sind und aber den Textus Receptus bezeugen. Hier noch zwei weitere Beispiele:

Apg 8,37:

Herbert Jantzen übersetzte die Verse 36 bis 38 so:

Als sie dem Wege nach dahinzogen, kamen sie an ein Wasser. Und der Eunuch erklärt: „Siehe, Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden?“ Philippus sagte: „Wenn du von ganzem Herzen glaubst, ist es gestattet.“ Er antwortete und sagte: „Ich glaube, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist.“ Und er befahl, den Wagen anzuhalten. Und sie stiegen beide ab in das Wasser, Philippus und auch der Eunuch. Und er taufte ihn.

Fett gedruckt ist der Vers 37, der bei NA komplett fehlt. Und somit fehlt er auch in allen Bibeln, die NA vertrauen. Das kann man meist schön erkennen, wenn man auf die Verszählung achtet. Denn die Bibeln gehen wortlos von Vers 36 zu 38 über. Sie lassen 37 einfach aus.

Irenäus, 2. Jh., kennt den Vers 37 aber, denn er schreibt:

..., wie der Eunuch selber glaubte und die Taufe begehrte mit den Worten: „Ich glaube, daß Jesus der Sohn Gottes ist?“

Irenäus, Gegen die Häresien (BKV), Drittes Buch, 12. Kapitel: Die Predigten der Apostel, 8.

Damit wäre eigentlich schon bewiesen, dass der TR richtig überliefert wurde und die Behauptung von NA, dass dieser Vers nicht im Originaltext war sondern erst später hinzugedichtet wäre, eine Lüge ist. Denn Irenäus überliefert uns den Wortlaut im 2. Jahrhundert. NA beruft sich aber auf Textzeugen aus dem 4., 5. und 6. Jahrhundert. Wer hat also die früheren, ursprünglicheren Textzeugen?

Aber auch Cyprian von Karthago, 3. Jh., kennt diesen Vers:

Allerdings ist in der Apostelgeschichte von jenem Eunuchen die Rede, der alsbald von Philippus die Taufe erhielt, weil er von ganzem Herzen gläubig geworden war.

Cyprian von Karthago, Leben des Cäcilius Cyprianus von Diakon Pontius, 3.

Und ein weiteres Mal in einem anderen Buch von Cyprian, das uns leider nicht auf Deutsch vorliegt:

That he who believes can immediately obtain (i.e., pardon and peace). In the Acts of the Apostles: “Lo, here is water; what is there which hinders me from being baptized? Then said Philip, If thou believest with all thine heart, thou mayest.”

Cyprian Three Books of Testimonies Against the Jews. book III, Testimony XLIII, 43

Auf Deutsch:

Dass der, der glaubt, sofort Vergebung und Frieden erlangen kann. In der Apostelgeschichte heißt es: „Siehe, hier ist Wasser; was hindert mich daran, mich taufen zu lassen? Da sprach Philippus: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, darfst du es.“

NA ist also nachweislich falsch, der TR hingegen gut überliefert.

1. Joh 5,7

Die SCH2000 übersetzt ihn so:

Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins

Der fett markierte Großteil dieses Verses fehlt bei Nestle-Aland und löste einen bis heute anhaltenden Expertenstreit aus und bekam sogar einen Namen: „Komma Johanneum“. Der Textus Receptus hat die drei Himmelszeugen aber und er ist der einzige Bibelvers, der die Dreieinigkeit unbestreitbar (weil wörtlich) bezeugt. Er ist daher ein großes Ärgernis für alle Anti-Trinitarier. Und die gibt es seit dem ersten Jahrhundert. Allen voran jene Juden, die die Göttlichkeit des Christus als Gotteslästerung verurteilten und Jesus daher kreuzigen ließen. Auch das würde einen eigenen Beitrag verdienen. Hier geht es aber nur um den überlieferten Text. Der nachfolgende Vers 8 enthält auch drei Zeugen, es ist aber nicht die Dreieinigkeit aus Vater, Sohn und Geist, sondern von Geist, Wasser und Blut:

und drei sind es, die Zeugnis ablegen auf der Erde: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein. (V8)

Bevor wir wieder untersuchen ob die frühen Christen diese heute umstrittenen drei himmlischen Zeugen überlieferten, sei noch auf ein wichtiges Detail hingewiesen: Die sich scheinbar wiederholende Formulierung „diese drei sind eins“ in Vers 7 und 8 ist im Grundtext aber nicht exakt gleich, sondern verschieden! Daran erkennt man erstens, welche Übersetzer genau arbeiten und zweitens, welcher Vers in Wahrheit zitiert wurde von den frühen Christen.

Die besagte Formel sieht im Griechischen Grundtext so aus:

Vers 7: και οι τρεις εις εν εισι
Vers 8: και οι τρεις εις το εν εισιν

Man muss nicht Griechisch verstehen um zu erkennen, dass der Satzteil in Vers 8 zwar auf den ersten Blick ähnlich wie in Vers 7 aussieht, aber eindeutig länger ist. Die SCH2000 übersetzt das so:

Vers 7: und diese drei sind eins 
Vers 8: und die drei stimmen überein

KJV, Geneva, Bishops, Webster übersetzen das so:

Vers 7: and these three are one
Vers 8: and these three agree in one

Martin Luther übersetzte die beiden Formulierungen so:

Vers 7: und diese drei sind eins
Vers 8: und die drei sind beisammen

Es ist also klar auf Griechisch, Deutsch und Englisch zu erkennen, dass es ähnliche aber doch verschiedene Formulierungen sind. Welche haben nun Nestle-Aland und seine Anhänger und welche überlieferten die frühen Christen?

Bei Nestle-Aland fehlt wie gesagt der Teil in Vers 7 und sie schreiben exakt den richtigen Wortlaut von Vers 8:

καὶ οἱ τρεῖς εἰς τὸ ἕν εἰσιν

Bibeln, die Nestle-Aland folgen, übersetzen die Passage in Vers 8 so:

und die drei sind einstimmig (ELB)

und diese drei sind auf das Gleiche ausgerichtet. (ZÜ)

Die Aussagen dieser drei Zeugen stimmen überein. (GN)

Während es im Vers 7 also um eine echte Dreieinigkeit geht, wo die drei eins sind, geht es in Vers 8 darum, dass drei übereinstimmen oder auf das Gleiche ausgerichtet sind. Das sind zwei völlig verschiedene Aussagen. Die kann man also gut unterscheiden und somit sofort dem richtigen Vers zuordnen.

Cyprian von Karthago schreibt: 

The Lord says, “I and the Father are one;” and again it is written of the Father, and of the Son, and of the Holy Spirit, “And these three are one.”

The Treatises of Cyprian, Treatise I. On the Unity of the Church, Kap 6

Auf Deutsch:

Der Herr sagt. „Ich und der Vater sind eins“ Und wiederum, steht über den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist geschrieben: „Und diese drei sind eins.“

Hier zitiert Cyprian eindeutig den Satz aus Vers 7, denn er schreibt „es steht ... geschrieben“ und trifft exakt die Formulierung „und diese drei sind eins“. Darauf weist auch der englische Übersetzer in seiner Erläuterung hin:

Scrivener says candidly, “It is hard to believe that 1 John v. 7 was not cited by Cyprian;” and again, “The African writers Vigilius of Thapsus (at the end of the fifth century) and Fulgentius (circa 520) in two places expressly appeal to the three heavenly Witnesses.” So, too, Victor Vitensis, in the notable case of the African king of the Vandals. The admission of Tischendorf is also cited by Scrivener. Tischendorf says, “Gravissimus est Cyprianus (in Tract. de Eccles. Unitate), Dicit Dominus, Ego et Pater unum sumus (Joann. x. 30); et, iterum, de Patre, Filio, et Spiritu Sancto, scriptum est, Et tres unum sunt.” Tischendorf adds the testimony of this epistle to Jubaianus. And Scrivener decides that “it is surely safer and more candid to admit that Cyprian read it in his copies, than to resort to,” etc., the usual explainings away. To this note of this same erudite scholar the reader may also turn for satisfaction as to the reasons against authenticity. But primarily, to meet questions as to versions used by Cyprian, let him consult the same invaluable work (p. 269) on the Old Latin before Jerome. I have added an important consideration in a note to the Anonymous Treatise on Baptism, which follows (infra), with other documents, in our Appendix.

Elucidations XVII

Auf Deutsch:

Scrivener sagt freimütig: „Es ist schwer zu glauben, dass 1. Johannes 5,7 nicht von Cyprian zitiert wurde“, und weiter: „Die afrikanischen Schriftsteller Vigilius von Thapsus (am Ende des fünften Jahrhunderts) und Fulgentius (um 520) berufen sich an zwei Stellen ausdrücklich auf die drei himmlischen Zeugen.“ So auch Victor Vitensis in dem bemerkenswerten Fall des afrikanischen Königs der Vandalen. Das Eingeständnis von Tischendorf wird auch von Scrivener zitiert. Tischendorf sagt: „Der heilige Cyprian (in der Abhandlung über die Einheit der Kirche) sagt sehr treffend: Der Herr spricht: Ich und der Vater sind eins (Joh 10,30); und wiederum ist vom Vater, vom Sohn und vom Heiligen Geist geschrieben: Und die drei sind eins.“ Tischendorf fügt das Zeugnis dieses Briefes an Jubaianus hinzu. Und Scrivener entscheidet: „Es ist sicherlich sicherer und ehrlicher zuzugeben, dass Cyprian es in seinen Abschriften gelesen hat, als auf die üblichen Versuche zurückzugreifen, es wegzuerklären.“ etc. Auf diese Notiz desselben gelehrten Wissenschaftlers kann sich der Leser auch berufen, um sich über die Gründe zu informieren, die gegen die Echtheit sprechen. Vor allem aber sollte er zur Klärung der Frage nach den von Cyprian benutzten Versionen dasselbe unschätzbare Werk (S. 269) über das alte Latein vor Hieronymus zu Rate ziehen. Ich habe eine wichtige Überlegung in einer Anmerkung zu dem anonymen Traktat über die Taufe hinzugefügt, das zusammen mit anderen Dokumenten in unserem Anhang folgt.

Dieser erwähnte Anhang weist genau auf das hin, was ich bereits weiter oben tat: Cyprian zitiert die Formulierung aus Vers 7, nicht aber aus Vers 8. Daher ist bewiesen, dass er Vers 7 kannte und zitierte und dass dieser Vers also schon im 3. Jahrhundert bekannt war. Und es ist bekannt, dass es gewisse Versuche gibt, das historisch offensichtlich Richtige wegzuerklären. Das zerreißt eigentlich schon alle Behauptungen von NA und deren Geistesbrüdern. Aber es gibt noch einen Textzeugen aus dem 3. Jahrhundert:

Moreover, I think also that we have not unsuitably set in order the teaching of the Apostle John, who says that “three bear witness, the Spirit, and the water, and the blood; and these three are one.”

3. Jh, A Treatise on Re-Baptism by an Anonymous Writer., Kap 19

Auf Deutsch:

Darüber hinaus denke ich auch, dass wir die Lehre des Apostels Johannes nicht unpassend eingeordnet haben, der sagt, dass „drei Zeugnis geben, der Geist, das Wasser und das Blut, und diese drei sind eins”. 

Der Autor dieser Zeilen ist anonym, aber dessen Herkunft wird von den seriösen Historikern auf das 3. Jahrhundert zur Zeit Cyprians datiert. Er ist höchstwahrscheinlich sogar ein Antwortbrief auf einen der Briefe Cyprians. Er erwähnt hier zwar nicht die drei himmlischen Zeugen aus Vers 7 sondern die drei Zeugen aus Vers 8, aber mit der wortwörtlichen Dreieinigkeitsformulierung aus Vers 7! Und das ist schon bemerkenswert. Diese Formel war also bekannt. Sie ist uns schriftlich aber nur in 1. Johannes 5 Vers 7 überliefert und einzig und allein nur im Textus Receptus!

Auf das Zeugnis von zwei oder drei Zeugen ist eine Sache bestätigt, so lautet das göttliche Prinzip. Und diese drei haben wir hier, ein bis zwei Jahrhunderte vor dem ältesten Textzeugen der NA-Fraktion.

 

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Bibelübersetzungen
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  • T
    • Textus Receptus

      Der Textus Receptus (kurz TR) ist der Grundtext des Neuen Testamentes der Bibeln der Reformation, der Täufer und der Erweckungsbewegung.

    • TR

      TR ist die Abkürzung für Textus Receptus