Tiervergleiche konnten schon vor 2000 Jahren beleidigen. Dennoch machte Jesus immer wieder gerne davon Gebrauch um Seine Lehre und Gebote zu verdeutlichen. Wie deutlich wurden diese bis heute verstanden und befolgt?

Nachdem Jesus Seine Jünger berufen hatte, stieg Er mit ihnen auf einen Berg und lehrte sie die grundlegendsten Prinzipien und Gebote Seiner Königsherrschaft. Diese Lehren sind heute unter dem Namen „die Bergpredigt“ bekannt. Viele davon wurden später zu Redewendungen, die bis heute bekannt sind. Darunter auch jene Worte:

Gebet das Heilige nicht den Hunden und werfet eure Perlen nicht vor die Schweine, damit sie dieselben nicht mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen. (Mt 7,6 SCHL)

Heute ist besonders der zweite Teil dieses Gebots als Sprichwort bekannt. Aber wer versteht es noch richtig? Und wer befolgt es? Über den ersten Teil - das Heilige und die Hunde - wird es einen eigenen Beitrag geben. Hier wollen wir uns auf die Schweine und die Perlen konzentrieren und zeigen, wie die frühen Christen dieses Gebot verstanden und ob sie sich daran hielten, und wenn ja, wie.

Manche moderne Lehrer behaupten, dass die frühen Christen jedes Gebot Christi wörtlich nahmen. Das stimmt aber nicht. Das wird an der frühchristlichen Auslegung von Geboten wie Wenn dir dein rechtes Auge ein Anstoß zur Sünde wird, reiß es aus deutlich oder an diesem hier mit den Hunden und Schweinen. In Wahrheit finden wir keinen frühen Christ, der glaubte, dass Jesus wörtlich von echten Schweinen und echten Perlen sprach. Jesus sprach damals schließlich nicht zu Juwelieren oder Schweinebauern, sondern zu Seinen Jüngern. Die hatten keine Perlen, die sie vor die Schweine - die sie auch nicht hatten - werfen hätten können. Wozu hätte Jesus ihnen das also verbieten sollen? Es wäre ein überflüssiges Verbot ohne Not gewesen. Außerdem würde sowieso kein erwachsener, vernünftiger Mensch je echte Perlen vor echte Schweine werfen. Stattdessen ist allen klar, dass Jesus hier sinnbildlich von Schweinen und Perlen sprach, genauso wie Er auch bei anderen Gelegenheiten gerne Tiere und Gegenstände als Sinnbilder verwendete. Das wussten die frühen Christen genau und deuteten daher fast alle Reden, Gebote und Lehren Christi sinnbildlich und geistlich.

Mit den Perlen meinte Jesus bestimmte Lehrinhalte. Welche? Darauf kommen wir noch. Davor zu den Schweinen. Wer den Herrn kennt, weiß, dass Er in Wahrheit Menschen meint, wenn Er von Tieren, Pflanzen oder Körperteilen lehrt.  Die frühen Christen wussten nicht nur all das, sondern sie lehrten und praktizierten dieses Gebot überzeugend einmütig und konsequent. Sie ordneten dabei die Schweine drei Gruppen von Menschen zu:

  1. den Häretikern
  2. den seelischen Menschen
  3. den Katechumenen

Die Grenzen zwischen den drei Gruppen sind fließend und ein Mensch kann mehreren und sogar allen angehören, gleichzeitig oder hintereinander. Lassen wir uns nun die drei von den frühen Christen erklären und schauen wir, wie gut sie zu Jesu Lehre und Vorbild passen.