• Wer aber sind die Schweine? Und was die Perlen?

Die Schweine: Katechumenen

Das wird jetzt womöglich die größte Überraschung für viele sein: Viele frühe Christen, die von den Schweinen und Jesu Gebot diesbezüglich schrieben, kamen auf die Taufe und speziell auf die Katechumenen zu sprechen. Denn Katechumenen sind auch Schweine, vor die man keine Perlen werfen soll.

Wieso das? Und was sind Katechumenen überhaupt?

Als Katechumenen (von griech. κατηχούμενος, katēchoumenos – „der gerade Unterwiesen-werdende“) bezeichnete man zur Zeit der frühen Christen jene Menschen, die sich aktiv und freiwillig darum bewarben, getauft zu werden. Der Begriff taucht ab dem zweiten Jahrhundert auf. Heute würde man Taufbewerber oder Täuflinge sagen. Es steckt aber hinter dem Wort mehr als nur ein Taufwunsch, nämlich eine radikale Lebensänderung, der eine gewisse Taufvorbereitung und Aufnahmeprozedur vorausgeht. Diese konnte je nach Gemeinde unterschiedlich lange dauern, von ein paar Monaten bis hin zu Jahren. In dieser Zeit wurde der Katechumen, der Taufbewerber, in den Grundlagen des Glaubens, der Gemeinschaft, der Heiligung und der Gemeindezucht unterwiesen und von der ganzen Gemeinde begleitet und beobachtet. Er musste in Wort und Tat beweisen, dass er dem Teufel und seinen Dämonen sowie der Welt und ihrem Prunk absagt und sich unter die Herrschaft Christi stellen will. Je gewissenhafter eine Gemeinde das handhabte, desto länger dauerte diese Zeit. Das hing natürlich auch von den Katechumenen selbst ab, ob sie schon bereit waren zur Taufe oder nicht. Erst mit ihrer Taufe wurden sie in den Leib Christi aufgenommen und fortan als Christen angesehen, als Brüder und Schwestern. Davor waren sie nur Katechumenen und wurden auch anders behandelt. Daher die eigene Bezeichnung. Irrlehrer und häretische Gemeinden erkannte man daran, dass sie auffallend anders mit dem Thema umgingen. Einige Häretiker waren selbst nicht getauft und bezeichneten sich aber als Christen. Das ist bis heute so. 

Sehen wir uns nun an, was die frühen Christen dazu zu sagen hatten.

Hippolytus von Rom schrieb unter anderem folgende Anweisungen für die Katechumenen:

Die Katechumenen sollen im Unterrichte nur hören, was sich auf den Glauben bezieht, und nur diese erhabene Lehre (nichts Weltliches). Der Katechumene halte seine nächsten Verwandten von sich fern und ertrage alle Unbequemlichkeiten, die der Religion wegen über ihn kommen. Er nehme sein Kreuz auf sich und folge dem Erlöser nach und sei bereit, wegen des Bekenntnisses Christi den Tod zu erdulden. Denn es gibt keinen Ausweg, daß der Mensch, welcher nach Vollkommenheit strebt, nicht versucht werde, wie unser Herr durch folgende drei Versuchungen versucht worden ist, nämlich durch Begierlichkeit, Stolz und Habsucht.

Hippolytus von Rom Canones Hippolyti (BKV), 30. Canon. Über die Katechumenen und einiges Andere, was sich auf sie bezieht.

Hippolytus erinnert die Katechumenen daran, dass der Herr Jesus selbst sofort nach Seiner Taufe vom Teufel heftig versucht wurde, auf drei teuflische Arten, und beschreibt in Folge ausführlich diese Versuchungen, um die Katechumenen darauf vorzubereiten. Schließlich kommt er zu folgender Warnung:

Wessen Wirken und Streben aber nicht durch Wachsamkeit geschützt wird, das wird durch Brand untergehen, weil es das Leben nicht hat in der Tugend, sondern todt ist in der Verkehrtheit; und sie selbst sind für den Ofen bestimmt, d. h. sie werden dem Teufel zum Spott dienen, sie, die Anfangs in der Taufe mit ihrem Munde gesagt haben: „Ich entsage dir, o Satan;“ und nun eilen sie in der That durch ihre bösen Werke zu ihm zurück. Der Teufel scheint indessen in Wirklichkeit keine sehr große Freude an Denen zu haben, die mit ihm sind und ihm angehören, wie Jene, die dem Leibe nach mit uns, dem Geiste nach aber mit ihm sind.
Von Diesen sagt der Apostel: „Sie bekennen Gott zu kennen, mit den Werken aber verleugnen sie ihn.“ Und von ihnen heißt es in den Sprüchwörtern: „Wie ein 'Hund, welcher zurückkehrt zu dem, was er gespieen', so ist der Unverständige, welcher zurückkehrt zu seinen Sünden.“ Der selige Petrus sagt aber von ihnen: „Sie gleichen einem Schweine, welches geschwemmt sich wieder in seinem Kothe wälzt.“

Hier spricht Hippolytus von Katechumenen, die nach ihrer Taufe wieder zum Teufel zurück kehren, dem sie in der Taufe aber entsagt hatten (Das ist ein früher, schriftlicher Beleg für den Treueid, den die Täuflinge bei der Taufe ablegten. Mehr dazu in unserem Buch ÜBER DIE TAUFE). Hippolytus verweist an der Stelle auf einen Ausspruch des Petrus, wonach das Schwein sich wieder im Kot wälzt, nachdem es gebadet ist  (2. Petr 2,22). Hippolytus, der in derselben Gemeinde Bischof war, wo einst Petrus der erste Bischof war, wusste, dass Petrus diesen Spruch auf jene Schweine bezog, die nach ihrer Taufe erneut ihr sündiges Leben fortführen. Moderne Christen sehen hier oft keinen Zusammenhang zur Taufe. Den frühen Christen war das aber noch gut bekannt. Sie kannten Petrus persönlich oder wenigstens jemand, der von Petrus unterwiesen wurde. Begriffe wie „Bad“ oder „baden“ sind im Neuen Testament Synonyme für die Taufe, die oft nur „das Bad“ genannt wurde im frühen Christentum. Die Langform davon war „das Bad der Wiedergeburt“. Hippolytus weiß noch mehr über diese gebadeten Schweine zu berichten, die sich wieder im Kot wälzten:

Und von dieser Art gibt es nicht Wenige, die vor Gott sagen: Ich will Alles thun, was du willst, aber zugleich in ihren bösen Absichten zur Sklaverei des Teufels zurückkehren. Ein Solcher gleicht einem Soldaten, der zwar den Soldatenanzug annimmt, sich aber das Militärwesen und Kleid nicht angelegen sein läßt, weßhalb er, wenn seine Vergehen auskommen, mit Schande überhäuft wird; ein Solcher kann sich wohl für sich einen Soldaten nennen, obschon er Nichts als die äußere militärische Form hat, die ihn freilich in den Stand setzt, sich einen Soldaten nennen zu können. So rühmen sich Einige, Christen zu sein, haben aber die Werke nicht; Solche werden von Gott und Menschen Dämonen genannt, weil sie die Werke des Satans nicht hassen, sondern auf sie erpicht sind. Solche bekommen hier den Namen Teufel, deren Loos sie auch im andern Leben theilen; denn an jenem Tage wird der Erlöser zu ihnen sagen: „Weichet von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, welches dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist.“ Denn wie sie seine Werke geliebt haben auf Erden und mit ihm vereinigt geblieben sind in ihrem Leben, so werden sie auch mit ihm vereinigt sein in der Hölle, wenn sie in ihren unreinen Gesinnungen gestorben sind.

Dem Christen aber ziemt es, in den Geboten Christi wandelnd, sich Gott ähnlich zu machen, wie geliebte Söhne sich in Allem Christus ähnlich machen. Sie lästern nicht, sind nicht unzüchtig, keine Spötter und Verleumder, leben nicht lasterhaft mit müssigen Weibern, sind fern von Lügen, begehren nicht Das, was vergeht, sind nicht halsstarrig noch aufgeblasen, noch beharren sie gegen Jemanden im Zorn, murren nicht, noch urtheilen sie über Dinge, die sie nicht angehen, noch verwenden sie ihr Vermögen auf Geschäfte, in denen kein Heil, noch thun sie, was mit dem Gesetze nicht übereinstimmt, noch sind sie hartherzig, geben kein falsches Zeugniß, sind nicht Fresser und Säufer, nicht habsüchtig, hangen nicht an der Welt noch an den Weibern, sind mit einer Frau in gesetzlicher Ehe verbunden, sind nicht neidisch, nicht nachlässig im Kirchenbesuch, erziehen ihre Kinder in der Gottesfurcht und fliehen nicht vor den Verfolgungen. Sie liegen der Lektüre und der Betrachtung Dessen ob, was sie (in der Kirche) gehört haben, enthalten sich der Beleidigungen, ihre Hände sind nicht schnell zum Strafen, bezahlen schnell ihre Schulden, damit derentwegen der Name des Herrn nicht gelästert werde. Sie sind nicht träge, vergessen nicht die Dürftigen, die sie um Hülfe angehen, verrathen keine ihnen anvertrauten Geheimnisse, verrücken die Gränzen nicht, treiben keinen Wucher, sind vielmehr den Fremden gewogen, verstoßen Die nicht, welche fern her kommen, sondern zählen sie zu ihren Kindern, sind nicht trügerisch im Geben und Nehmen, bedienen sich beim Wägen und Messen keines doppelten Gewichts, sind nicht saumselig und nachlässig in dem Empfange der hl. Kommunion und in den Anbetungen. Sie bedienen sich niemals des Eides, noch leben sie vertraut mit Fremden, und indem sie Gott dienen und ihre Arbeiten verrichten, folgen sie der Vorschrift des Evangeliums, welches allen Geschöpfen, die unter dem Himmel sind, verkündet worden ist.

Der Christ, welcher in Diesem allen verharrt, trägt das Bild Christi selbst an sich und wird dereinst zu seiner Rechten wie die Engel leuchten und wird von ihm die Krone der Herrlichkeit erhalten, wie er die Krone der Tugend empfangen hat: die edelste Vollkommenheit und die Bewahrung des Glaubens. Sie werden die Krone des Lebens empfangen, die seinen Freunden verheissen ist.

Hippolytus von Rom, Canones Hippolyti (BKV), 30. Canon. Über die Katechumenen und einiges Andere, was sich auf sie bezieht.

Cyrill von Jerusalem weiß ebenfalls die Täuflinge zu ermahnen und darum, dass der Heilige Geist selbstverständlich weiß, wie mit Schweinen umzugehen ist und sich nicht täuschen lässt bei der Taufe:

Doch zuvor prüft der Geist die Seele; (denn) nicht wirft er die Perlen vor die Schweine. Wenn du als Heuchler kommst, taufen dich zwar jetzt die Menschen, doch der Geist wird dich nicht taufen. Wenn du dich aber vom Glauben hinführen läßt, dann gibt der Hl. Geist, während Menschen sichtbare Zeremonien verrichten, die unsichtbare Gnade. Du kommst zu einer bedeutungsvollen Prüfung, zu einer wichtigen Musterung, die eine Stunde dauert. Ist die Stunde für dich verloren, dann läßt sich das Übel nicht mehr gut machen. Wenn du aber der Gnade gewürdigt wirst, wird deine Seele erleuchtet, und du erhältst eine Kraft, welche du nicht hattest. Waffen empfängst du, vor welchen die Dämonen sich fürchten. Wenn du die Waffen nicht wegwirfst, das Siegel vielmehr in der Seele behältst, tritt der Dämon nicht an dich heran. Er hält sich scheu zurück, da ja im Geiste Gottes die Dämonen ausgetrieben werden.

Cyrill von Jerusalem (313-387) Procatechesis et Catecheses ad illuminandos Katechesen an die Täuflinge (BKV), XVII. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem. Über den HI. Geist. (Fortsetzung.) 36.

Das ist ein starkes Zeugnis für die Souveränität des Heiligen Geistes. Er beurteilt unabhängig von menschlichen Instanzen und lässt sich nicht durch die Taufe erzwingen. Er prüft vorher eigenständig die Seele des Täuflings. Hält sie der Prüfung stand, wird sie versiegelt als Zeichen für die Dämonen. Hier steckt viel Weisheit und Geheimnis dahinter, das ich hier nicht näher ausführe, weil es auch nicht mit dem Thema selbst zu tun hat. Es sei nur darauf hingewiesen, dass nicht der Mensch allein aus eigener Kraft geistlich sein kann - er braucht dazu den Heiligen Geist. Doch der Geist ist souverän und zieht nicht in jede Behausung ein, die Ihm angeboten wird. Er prüft. Und genau darum dreht sich die Vorbereitungszeit der Katechumenen in einer guten, rechtgläubigen Gemeinde. Sie bereitet die Taufbewerber perfekt auf die Taufe und den Heiligen Geist vor. Sind sie nicht dazu bereit, werden sie nicht vom Geist getauft. Das ist eine kompetente Erklärung dafür, warum nicht alle Getauften den Heiligen Geist haben. Und auch eine, warum Schweine, die sich nach der Taufe wieder dem Teufel zuwenden indem sie sich in ihren alten Sünden erneut suhlen, den Heiligen Geist verlieren. Seelische können zu Geistlichen werden - und umgekehrt. Das ist eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Häretiker sehen das freilich anders und gehen andere Wege, wie Tertullian schreibt:

Ich will nicht unterlassen, auch von dem Wandel der Häretiker eine Schilderung zu entwerfen, wie locker, wie irdisch, wie niedrig menschlich er sei, ohne Würde, ohne Autorität, ohne Kirchenzucht, so ganz ihrem Glauben entsprechend. Vorerst weiß man nicht, wer Katechumen, wer Gläubiger ist, sie treten miteinander ein, sie hören miteinander zu, sie beten miteinander; auch wenn Heiden dazu kommen, werfen sie Heiliges den Hunden und Perlen, wenn auch unechte, den Säuen hin. Das Preisgeben der Kirchenzucht wollen sie für Einfachheit gehalten wissen, und unsere Sorge für dieselbe nennen sie Scharwenzelei. Was den Kirchenfrieden angeht, so halten sie ihn unterschiedslos mit allen. Es ist in der Tat auch zwischen ihnen, obwohl sie abweichende Lehren haben, kein Unterschied, wenn sie nur zur gemeinschaftlichen Bekämpfung der einen Wahrheit zusammenhalten. Alle sind aufgeblasen, alle versprechen Erkenntnis. Die Katechumenen sind schon Vollendete, ehe sie noch Unterricht erhalten haben. Und selbst die häretischen Weiber, wie frech und anmaßend sind sie! Sie unterstehen sich, zu lehren, zu disputieren, Exorzismen vorzunehmen, Heilungen zu versprechen, vielleicht auch noch zu taufen. Die Ordinationen der Häretiker sind aufs Geratewohl leichtfertig und ohne Bestand. Bald stellen sie Neophyten an, bald an die Welt gefesselte Männer, bald unsere Apostaten, um die Leute durch die Ehre an sich zu ketten, da sie es durch Wahrheit nicht vermögen. Nirgends gibt es leichtere Beförderung als im Lager der Rebellen, wo bloß sich aufzuhalten schon als Verdienst gilt.

Tertullian De praescriptione haereticorum Die Prozeßeinreden gegen die Häretiker (BKV), 41. Kap.

Jede Zeile birgt Sprengstoff in sich und ist es wert, gut durchgekaut zu werden.  Mit seiner typischen Schärfe und Brillanz skizziert Tertullian hier messerscharf den Unterschied zwischen Häretikern und rechtgläubigen Gemeinden. Man beachte etwa die „an die Welt gefesselten Männer“ oder dass „sich aufzuhalten schon als Verdienst gilt“. Allein anhand dessen, wie mit den verschiedenen Gruppen umgegangen wird, ist entlarvend - damals wie heute. Die Irrlehrer unterscheiden nicht zwischen Gläubigen und Katechumenen, ja nicht mal zwischen Gläubigen und Ungläubigen (Heiden). Alle bekommen bei den Häretikern dasselbe geboten, alle werden gleich behandelt. Auf die Art werfen sie durch ihre niederschwellige Praxis bedenkenlos Perlen vor die Schweine - wenn auch unechte. 

Athanasius von Alexandrien tadelt ebenfalls diese Gemeindepraxis der Irrlehrer:

Und sie schämen sich nicht, mit diesen Geheimnissen vor den Katechumenen, ja was das Schlimmste ist, vor den Heiden Scandal zu erregen, da man doch, wie geschrieben steht, das Geheimniß des Königs verbergen soll, wie auch der Herr befahl: „Gebet das Heilige nicht den Hunden, und werfet die Perlen nicht den Schweinen vor!“ Denn man muß nicht die Geheimnisse den Uneingeweihten zum Besten geben, damit nicht die unwissenden Heiden darüber lachen, den Katechumenen aber, indem sie zur Neugierde gereizt werden, Ärgerniß gegeben werde.

Athanasius von Alexandrien (295-373) Apologia contra Arianos [seu Apologia secunda] Des hl. Athanasius Schutzschrift gegen die Arianer (BKV), 11.

Man soll die Katechumenen also nicht zur Neugierde reizen, indem man ihnen Perlen vorwirft. Seelische Menschen (siehe vorheriges Kapitel) werden sich über solche Aussagen ärgern, denn sie empfinden Neugierde als etwas positives, etwas gutes. So sieht es die Seele. So sieht es der Zeitgeist. Aber der Heilige Geist lobt Neugier nie. Sie ist keine Frucht des Geistes. Sie bewirkt im Gegenteil Früchte, die der Heilige Geist verurteilt, wie etwa, dass man sich in Dinge einmischt, die einen nichts angehen (vgl. 1.Petr 4,15). Wir lasen vorhin, wie auch Hippolytus das wusste und anprangerte. Und wohin führt Neugier? Meist führen neugierige Fragen direkt zu törichten Streitfragen, die wir abweisen sollen:

Die törichten Streitfragen aber und Geschlechtsregister, sowie Zwistigkeiten und Auseinandersetzungen über das Gesetz meide; denn sie sind unnütz und nichtig. (Tit 3,9 SCH2000)

Die törichten und unverständigen Streitfragen aber weise zurück, da du weißt, dass sie nur Streit erzeugen. (2.Tim 2,23 SCH2000)

Ich bekomme in der Tat immer wieder sehr neugierige Fragen gestellt über das Wort Gottes oder über Gott und Jesus selbst. Sie klingen auf den ersten Blick interessiert und gut - aber sie verraten eine neugierige Seele, die oft nur Freude daran hat, etwas neues zu erfahren, worüber sie dann stolz sein und sich über andere erheben kann, vielleicht am Ende sogar über Gott. Das ist der Weg der Gnostiker. Sie wissen über den Schöpfergott mehr als er selbst. Die Heiligen hingegen sind zur Demut aufgefordert und Unterordnung. Der Jünger ist nicht über dem Lehrer, noch der Sklave über seinem Herrn. Deshalb bezeichneten sich alle Apostel stets als Jünger und Sklaven ihres Herrn Jesus - und benahmen sich auch entsprechend. Die frühen Christen traten treu und ebenso demütig in diese Fußstapfen.

Diese frühchristlichen Befunde sind in ihrer Klarheit vielleicht auch schockierend für heutige Gemeinden. In jedem Fall sind sie heilsam. Wir brauchen die Erfahrung und Einsicht der frühen Kirche, um nicht auf die Seite der Irrlehrer zu kippen. Wie weit weg sind wir doch heute von der Urgemeinde und dem frühen Christentum? Wie wenig beherzigen wir das Gebot Christi, keine Perlen vor die Schweine zu werfen? Verstehen wir dieses Gebot heute überhaupt richtig? Ich muss zugeben, dass ich hier fahrlässig gewesen sein könnte und womöglich schon Perlen vor die Schweine geworfen habe. Jedenfalls erlebte ich bereits, wie die Schweine sich umwandten und mich zerreissen wollten. Aber was richtete ich damit für einen Schaden an? Wer kann das ermessen? Und was sind überhaupt diese Perlen? Schauen wir uns auch das noch genauer an: